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Verfasst am 12.01.2003 19:09:24 Uhr
An Petra Haffter.
(Mit der Übersetzung ins Russische. Siehe den nächsten Eintrag)
(С переводом на русский. См. Антраг ниже).

Normalerweise macht ein Mensch etwas, wenn er sicher ist, es ist nicht umsonst. Ich schrieb meinen Roman „Would you like to come into my place?“ ganz umsonst. Es gab keinen Verlag, und es gab keine Hoffnung solchen zu finden. Aber nicht schreiben konnte ich auch nicht. Es war in Flensburg, vor vier Jahren. Eine kleine Wohnung im Dachgeschoss, ein Tisch, ein Kugelschreiber, ein Heft, ein Stück Brot, ein Glas Wein. Kein Computer überhaupt. Wenig Geld, aber starker Wunsch, meine Geschichte bis zu Ende zu erzählen.
Es war kalt damals in Flensburg, es war im Winter. „Would you like to come into my place?” – so komisch hatte mein Held gesagt. Ein 15jähriger Junge, der vom großen Abenteuer träumte, von der schönen Insel im Ozean. Während ich schrieb, schien es so, als wäre ich mit ihm zusammen auf dieser Insel gewesen. Und mir war es überhaupt nicht kalt. Damals war ich im Glück mit meiner Geschichte, mit meiner Kreativität.
Dann war die Geschichte fertig. Ich zog nach Hamburg um. Es ist sehr schwer, ein Künstler zu sein, wenn man das Geld nur damit verdient: viel Arbeit, Lampenfieber, aber keine Belohnung, das Geld reichte kaum, um zu überleben. Selbstverständlich hatte ich von meinem Roman fast vergessen, und dann drang SIE in mein Leben.

Es war am späten Abend. Ich konnte nicht schlafen. Ich sah faul fern. Und plötzlich sah ich die Helden aus meinem vergessenen Roman!!! Nein, es war eine ganz andere Geschichte, aber so viel Kraft hatte ich von der Bildschirm gespürt.
Ich hatte mir diesen Film bis zu Ende angesehen, bis zum „final cut“, bis zum letzten Untertitel. Wer ist der Regisseur – hatte ich nur eine Frage.
Dann kam die erste Überraschung – der Regisseur ist eine Frau! Früher glaubte ich immer, dass eine Frau in der Kunst nicht stärker als Kilie Minouque sein kann. Ich rief meinen Freund und Agenten an. »Weißt du, Eugen«, und ich erzählte ihm alles.
»Wir müssen diese Frau sofort anrufen«, - sagte er.
»Besinn dich, Eugen, was kannst du ihr sagen? Dass ich ein unbekannter Schriftsteller bin, der einen Roman in einem gebrochenen Deutsch geschrieben hat?«
»Morgen komme ich zu dir, und wir rufen sie an. Schluss«, - war die Antwort.
Und er kam. Und wir riefen an. Wo? Bei der Auskunft.
»Guten Tag«, - sagte Eugen. »Ich bräuchte die Nummer von Petra Haffter, Regisseurin«.
»Eugen«, - schrie ich. »Lass es. Es ist unmöglich«.
»Ein Moment«, - sagte die Frau an der Leitung. »Möchten Sie, dass ich Sie sofort verbinde?«
Und Petra kam selbst an den Apparat. Sie wollte nicht lange sprechen. Eugen stellte sich vor.
»Ihr Film ist nach dem Roman „Voulez – vous mourir avec moi?“ gedreht. Und wissen Sie, neben mir sitzt jetzt ein Schriftsteller, der einen Roman geschrieben hat mit dem Titel „Would you like to come into my place?“ Glauben Sie nicht, dass das alles ein symbolhaftes Vorseichen ist«.
»Es ist interessant«, - sagte sie. »Schicken Sie bitte mir ein Buch«.
»Es gibt leider kein Buch. Es ist nur ein mit der Hand geschriebenes Manuskript«.
»Was denn können Sie mir schicken?«
»Eine Kurzfassung«, - flüsterte ich zu Eugen. »Sag ihr, dass wir eine Kurzfassung schicken können«.
»Gut, machen Sie das. Aber schnell, weil ich in drei Tagen nach ... reise«.
Damals hatte ich keinen Computer. Mein Agent auch. Wir beide sind nach Deutschland nicht wie die anderen Russen (mit dem gesparten Geld im Strumpf) gekommen. Wir begaben uns in den Westen, um zu schaffen. Oh, wie schwer war es, jemanden mit dem Computer zu finden, um die Kurzfassung zu erstellen! Außerdem war es schwer, innerhalb von drei Tagen den Roman kurz zu fassen. Aber es war eine Chance für mich, und ich durfte sie nicht verpassen. In meinem Kopf drehten sich wieder meine Helden und die ganze Geschichte. Dabei aber muss ich gestehen, dass ich diese Kurzfassung ohne große Hoffnung geschickt hatte.

Der Alltag ließ mich von Petra vergessen. Und plötzlich – ein Anruf: »Hallo, hier ist Petra. Ich habe Ihre Geschichte gelesen. Sie ist ja wunderbar. Ich hoffe, ich könnte den Stoff verfilmen. Senden Sie bitte mir ein ganzes Manuskript zu«.
Ob jemand sich vorstellen kann, was ich in diesem Moment fühlte?!! Von Hoffnungslosigkeit zu einer Hoffnung! Vom Frostgefühl zur strahlenden Sonne! Ich konnte mit Petra kaum sprechen. Wenn ich aufgelegt hatte, hätte ich weinen wollen, wie ein Kind. „Mein Roman kann verfilmt werden. Hier in Deutschland“ Solche Gelegenheit darf man nicht verpassen. Ich und mein Agent mussten das unmögliche machen. Der Computer kostet Geld, und wir „hatten nur zwei Koffer...“. Als ob der Himmel das wollte, lieh eine Bekannte von uns uns vier Tausend Mark. »In einem Monat fliege ich nach Amerika«, - sagte Petra. »In einem Monat brauche ich von Ihnen das ganze Manuskript«. Was für eine Arbeit war das! Wir arbeiteten Tag und Nacht, ohne zu schlafen und zu essen.
Wie es in den Märchen von Hans Christian Andersen ist, waren wir mit dem gedruckten Material rechtzeitig fertig. Petra bekam das Manuskript gerade an dem Tag ihrer Abreise in die USA. Ich hatte wieder Hoffnung, dass mein Roman von einer Frau gelesen wird, deren genialen Film ich bewunderte.

... Es war vor einem Jahr. Meine Petra kehrte aus Amerika nicht zurück. Sie wohnt jetzt dort, arbeitet dort. Sie hatte ihr neues Leben und die Karriere dort in Amerika angefangen. (Wie sie selbst schrieb „Hier in Hollywood gibt es so viele Regisseure, wie Sand am Strand“). Mit allen dazugehörigen Schwierigkeiten, die uns immer beim Umzug begleiten. Wir stehen mit einander im netten Briefwechsel. Sie weiß bescheid, was mit meinem Manuskript passierte. Ich weiß, dass sie keine Zeit mehr hat, um an meine Helden zu denken... Aber sie war die erste Frau, die mir geglaubt hatte. Sie war die erste Frau, die mir die Hoffnung gab und mich ermutigte, weiter zu kämpfen. Also was passierte mit dem Manuskript. Es wurde zu dem Roman, zu einem Buch mit der echten ISBN. Jetzt gibt es einen Verlag, der sich um sein weiteres Schicksal kümmert. Es passierte wie in einem Märchen von Hans Christian Andersen über das hässliche Entlein: »Wo bist du nur die ganze Zeit gewesen«, - fragten mich meine neuen Freunde. »Das war ein langes Abenteuer«, - murmelte ich beglückt.
Natürlich stehe ich am Anfang meiner schriftstellerischen Karriere. Aller Anfang ist schwer. Es ist jedem wissenden bekannt. In diesem Brief wollte ich nur über eine Frau erzählen, die mir zeigte, dass ich nicht alleine bin, und ihr Beispiel zeigt mir, dass es nie zu spät ist, ein neues Leben in einem neuen Land anzufangen.

Meine liebe Petra! Lass meine Grüße an dich nach dem verdammten Hollywood fliegen, damit dein Leben noch schöner und bunter wird. Und wenn es passieren sollte, dass du meinen Roman nicht verfilmen kannst, bin ich dir sowieso dankbar für deine Worte „Das ist ja wunderbar“ beim unseren ersten Telefongespräch.
Yuri.
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Verfasst am 12.01.2003 19:06:00 Uhr
An Petra Haffter.
Петре Хафтер. (Перевод на русский).

Человек ничего не делает просто так... Свой роман я написал просто так, для себя. Не думая об издательстве, о публикации... Я не мог не писать. Это было во Фленсбурге, четыре года назад. Маленькая квартирка под крышей, стол, ручка, тетрадь, кусок хлеба, стакан вина... И никакого компьютера. Почти безденежье, но при этом страстное желание рассказать мою историю до конца.
... Той зимой было очень холодно во Фленсбурге. „Would you like to come into my place?“ – Не хотите ли отправиться со мной в путь? – с такой комично звучащей на английском языке фразой обращался герой моего романа, 15летний юноша, мечтающий о путешествиях и приключениях, к остальным персонажам. И я шёл с ним, отправлялся с ним в путешествия, забыв про холод, вовсе уйдя из реального мира.
Это было шикарное время – когда я писал мой роман!
Но это время закончилось, я переехал в Гамбург. Очень тяжело быть артистом, если ты зарабатываешь на хлеб только сценой. В Германии есть всё. Ничем новым тут не удивишь... Немудрено, что я забыл про свой роман.
И тут ОНА ворвалась в мою жизнь...

Это был поздний вечер. Я не мог спать и тупо «листал» программы по телеку. И вдруг неожиданно я увидел на экране своих героев. Нет, это была совсем другая история, но такой силой веяло с экрана!!!
Я досмотрел, не отрываясь, фильм до самого конца – до титров. Первый вопрос, крутившийся в голове – кто режиссер?!! ...И первое удивление: режиссёр оказался женщиной! Я всегда считал, что «баба» в искусстве может быть не сильнее, чем Кайле Меноуг, а тут!!!
Я немедленно звоню своему другу и агенту.
- Ойген! Тут я увидел такое!.. – и я рассказываю ему всю историю.
- Так давай позвоним этой женщине-режиссёру, - предлагает Ойген.
- И что мы ей скажем?.. Что я – неизвестный писатель, написавший роман на сомнительном немецком?..
- Завтра я приезжаю к тебе, и мы вместе звоним. Точка, - был ответ.
И он приехал И мы позвонили. Куда? – В «центральную справку».
- Добрый день, - сказал Ойген, - я хотел бы узнать телефон режиссёра... женщины... Петра Хафтер её имя...
- Ойген, - кричу я, - ты понимаешь, что так не делают? Что никто не даст никакого номе...
- Одну минуточку, - говорит девушка в трубке, - я вас с ней сейчас соединю!
Произошло чудо. Сама Петра Хафтер подошла к аппарату. Вначале она наотрез не хотела говорить о каком-то романе. А потом Ойген вдруг сказал: - Ваш фильм поставлен по книге «Не хотите ли умереть со мной?»?
- Да
- А знаете, передо мной сидит автор, написавший роман «Не хотите ли отправиться со мной в путь?»! Не кажется ли вам, что это символично?..
- Хорошо, - согласилась она неожиданно, - пришлите мне книгу.
- Дело в том, что нет никакой книги. Есть только манускрипт, написанный от руки.
- Что же вы тогда мне хотите прислать?!!
- Синопсис, - почти кричу я, - мы можем послать краткое содержание!!!
- Хорошо, - соглашается Петра с некоторым нетерпением, - только в ближайшие три дня, пожалуйста. Потом я уеду и мне будет не до этого.
В те дни ни у меня, ни у моего друга не было компьютера. Очень сложно начинать жизнь на новом месте. Многие эмигранты приезжают, правда, за границу с кучей денег... я был не из тех. Боже, чего нам это стоило – найти человека с Компом, который распечатал бы нам этот синопсис! Чего мне стоило за три неполных дня уложить весь мой роман в тридцать печатных страниц! Но это был шанс, и упустить его было нельзя. И снова в голове закружились мои герои... Вновь началась романтика творчества... Синопсис, правда, выслал я без особой надежды.

Потом меня вновь поглотили будни и реальность, о Петре я просто-напросто позабыл. И вдруг – звонок: «Халло, это Петра Хафтер. Я прочитала ваш синопсис. Это просто великолепно! Мне кажется, мы смогли бы сделать из этого неплохой фильмец! Вышлете мне отпечатанный манускрипт!“
Может кто-нибудь представить, что со мной в тот миг произошло?.. От безнадёги – к такой надежде! Из сурового холода – на жаркое, слепящее солнце! Я едва мог с ней разговаривать. А когда повесил трубку, то залился слезами, как младенец. «На мой роман поставят кино! В Германии!» Уж такую возможность упускать точно нельзя было.
Мы вывернулись с Ойгеном наизнанку, но достали компьютер и принялись за работу. Петра Хафтер сказала, что манускрипт должен быть прислан не позднее, чем через месяц. «Через месяц я улетаю в Америку – хорошая возможность почитать в пути... дальше не будет времени»
... Как в сказке Андерсена, всё готово было «в упор» день в день, минута в минуту. Лишний час, и мы не успели бы. Она просто не получила бы манускрипт. Но мне повезло, и мой манускрипт полетел в Америку... для прочтения. И кем! Женщиной, гениальным фильмом которой я восхищался!

Всё это случилось год назад. Из Америки Петра не вернулась. Нет, ничего страшного – просто она начала новую жизнь, новую карьеру на новом месте, со всеми проблемами, из этого вытекающими. Мы регулярно переписываемся. Она знает, что случилось с моим манускриптом; а я пытаюсь примириться с тем, что нет у неё сейчас времени на наш фильм... Но мы всё равно связаны, потому что, если бы не она, я никогда не решился бы дальше бороться за мой манускрипт...
Так что же с ним, всё же произошло, с моим манускриптом? – Всё получилось, как в тех же сказках Андерсена: манускрипт, прежде написанный от руки, превратился в книгу, настоящую книгу в обложке, с ISBN-номером и с издательством, которое занимается этой книгой. «Где же ты был всё это время?» – спрашивают меня мои новые друзья. «Это долгая история», - отвечаю я им, переполненный счастьем.

Конечно, не всё в моей жизни похоже на сказочку. И это лишь только начало. Да и в письме этом я просто хотел рассказать об одной женщине, которая убедила меня в том, что я не один, и которая показала на своём примере, что никогда не поздно начать карьеру в другой стране.
Дорогая Петра! Пусть мой воздушный поцелуй долетит до твоего чёртового Голливуда и сделает твою жизнь ещё пестрее и ярче! Я отвергаю пока все предложения, но если так случится, что мы так никогда и не сядем за сценарий, я всё равно благодарен тебе за те слова во время нашего первого телефонного разговора: «Das ist ja wunderbar!.. – Это просто великолепно!..»
Yuri.
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